Meditieren mit Kindern

Während Erwachsene sich bewusst Momente der Ruhe schaffen könnten, prasseln die Eindrücke auf Kinder oft ungefiltert ein. Sie können sich der Reizüberflutung kaum entziehen. Meditation und Übungen, um mit Gefühlen und Gedanken umzugehen, sind für die Entwicklung von Kindern hilfreich.

"Aber meine Kinder werden niemals lange genug still sitzen, um zu meditieren!" seufzen viele Eltern. Klar, manchmal kann es schwierig sein, sie dazu zu bringen, sich zu konzentrieren. Aber Kinder haben eine starke Geist-Körper-Verbindung. Die Verbindung zwischen Gefühl und den körperlichen Reaktionen ist sehr ausgeprägt. Traurigkeit lässt Tränen fließen und Ängstlichkeit führt oft zu einem schnellen und flachen Atmen, um nur zwei Beispiele zu nennen.  Wenn Kinder meditieren lernen, kann das helfen, sich selbst besser kennen zu lernen. Ausserdem hat man dann mehr Wahlmöglichkeiten bei gedanklichen, emotionalen und körperlichen Vorgängen. Kinder lernen, dem Lärm und dem Tempo des modernen Lebens etwas entgegenzusetzten und gesunde Lebensgewohnheiten aufzubauen.

Die Übungen und Infos dieses Programms wurden speziell für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren produziert. Aber auch etwas ältere Kinder und vielleicht sogar Erwachsen können davon profitieren. Diese Meditationen und Schlafvisualisierungen wurden von einem Team psychologischer und erzieherischer Fachkräfte sowie einer Fachkraft für Resilienztraining entwickelt, um Kindern dabei zu helfen, hilfreich zu denken und zu handeln.

Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher können selbst mit diesem Programm arbeiten., sowohl für sich wie auch für die Kinder. Sie können es aber auch an die Eltern weitergeben.

 

 

Atmen – und Leben tanken

Eine einfache Atemübung

Atem ist Leben!

Und Leben ist ein Wunder!

Wenn Dich etwas ärgert oder belastet oder wenn Du unkonzentriert bist,
dann schließ einfach kurz die Augen und atme ein paar mal bewusst und tief ein und aus.

Einatmen – Ausatmen.

Energie tanken! Leben tanken!

Probier’s mal!

Gedanken und Gefühle beobachten

Achtsamkeit kannst Du üben. Achtsamkeit kann Dir helfen, wenn Du viele Gedanken hast, die nicht aufhören wollen. Oder auch bei Gefühlen wie Ängstlichkeit oder Traurigkeit. Sie gehen dann ein bisschen weg von Dir. Du kannst sie beobachten, wie sie kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Oder wie ein Ballon in der Luft, der aufsteigt und dann wegfliegt.

Insbesondere das achtsame Atmen ist hilfreich.

Der Atem ist wie ein Anker. Er hält dich fest. Du musst dann nicht an gestern denken, oder an morgen.

Dies ist eine Übung zur achtsamen Wahrnehmung von Gedanken.

Einatmen…ausatmen.

Einatmen…Ausatmen. Ich nehme meine Gedanken wahr. 

Gedanken kommen, Gedanken gehen.

Atme ganz ruhig weiter ein…atme ruhig weiter aus.

Und dann reck dich und streck dich und du bist zurück.

 

Weniger ängstlich

Du kannst spüren, wie Du Dich fühlst. Manchmal fühlst Du Dich etwas ängstlich. Dann traust Du Dich nicht, etwas zu sagen. Dann atme tief ein, und atme langsam aus. Ängstlich sein kommt, und Ängstlich sein geht auch wieder. Bist Du jetzt gerade ängstlich? Versuche einmal zu spüren, wie sich das anfühlt in deinem Bauch.

Übe es jetzt einmal, auch wenn Du jetzt nicht ängstlich bist. Einatmen, ausatmen. Und noch einmal: Tief einatmen, langsam ausatmen. Dann merkst Du bald: Du wirst ruhig.

 

Am Ende des Tages

Du möchtest schlafen.

Aber Dir geht so vieles im Kopf rum…

Wir Menschen brauchen feste Abläufe. Etwas, das wir gut kennen und immer wieder gerne machen. Das nennt man ein Ritual. Es hilft, um uns zu entspannen.

Leg dich hin und denke an den vergangenen Tag, ganz in Ruhe. Vielleicht schreibst du das auch auf in ein Tagebuch. Du denkst jetzt an das, was geschehen ist an diesem Tag. Was war besonders gut? Denke daran. Du musst in deinem Kopf wahrscheinlich etwas suchen. Meistens erinnern wir uns im ersten Moment an das, was nicht gut war.

Aber jeder Tag hat auch etwas Gutes. Eine Zeit,  in der du glücklich warst, einem lieben Menschen begegnet bist,  etwas besonders gut gelungen ist, dich wohl gefühlt hast.

Denke Deine Lieblingsgedanken.

Schließe bewusst mit diesem Tag ab – es kommt ein neuer…Versuch’s doch mal anders. Schließe den Tag ganz bewusst ab.

Vielleicht möchtest Du noch ein Gebet sprechen?

Drachen am abendlichen Himmel

Wenn Dein Drachen in den abendlichen Himmel steigt, füllt Dich jeder Atemzug mit Mut und Zuversicht.

Dein Lieblingsgedanke ist „Ich kann etwas Neues ausprobieren“, auch wenn ich mich zu Anfang etwas ängstlich fühle. Und wenn Du den Mut spürst, weißt Du, es wird gut sein und gelingen. Nimm eine tiefen Atemzug: Einatmen…Ausatmen.